Kurz gesagt: Kälte gehört bei Gelenkbeschwerden zu den ältesten Anwendungen überhaupt. In der Kältekammer wirkt sie nicht nur auf ein Gelenk, sondern auf den ganzen Körper: Die Haut kühlt stark ab, Nerven leiten Schmerzreize langsamer weiter, und Entzündungsbotenstoffe verändern sich. Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen zeigen Studien nach Anwendungsserien weniger Schmerzen. Zur Arthrose speziell gibt es noch weniger Forschung. Die Kältekammer ist eine Ergänzung zu ärztlicher Behandlung und Bewegung, kein Ersatz.

Was Kälte im Körper bewirkt

In der Kältekammer stehst du bei cooldown.me bis zu fünf Minuten bei –87 °C. Dabei passiert im Körper eine ganze Menge:

  • Schmerzreize werden langsamer weitergeleitet: Sinkt die Hauttemperatur unter etwa 13,6 °C, leiten die Nerven Reize messbar langsamer weiter. Das gilt als wichtiger Mechanismus hinter der schmerzlindernden Wirkung von Kälte (Jdidi et al. 2024).
  • Die Haut kühlt stark ab, der Körperkern kaum: Die Hauttemperatur sinkt um 5 bis 12 °C, vor allem an den Beinen, die Körperkerntemperatur nur um wenige Zehntelgrad (Lombardi et al. 2017).
  • Entzündungsbotenstoffe verändern sich: Eine Meta-Analyse von elf randomisierten Studien fand nach Ganzkörperkältetherapie niedrigere Werte des entzündungsfördernden Botenstoffs IL-1β und höhere Werte des entzündungshemmenden IL-10 (Chen et al. 2025).
  • Die Durchblutung reagiert: Erst ziehen sich die Gefäße in der Haut zusammen, danach werden sie wieder stark durchblutet. Viele beschreiben das Gefühl danach als warm und gelockert.

Was Studien zu Gelenkbeschwerden zeigen

Am besten untersucht ist die Kältekammer bei entzündlichen Gelenkerkrankungen, allen voran der rheumatoiden Arthritis:

  • Eine systematische Übersicht mit sechs Studien und 257 Patientinnen und Patienten fand nach wiederholten Kälteanwendungen deutlich weniger Schmerzen und eine geringere Krankheitsaktivität (Guillot et al. 2014).
  • In einer randomisierten Studie der Universität Gießen gingen die Schmerzen bei Rheumapatienten mit zusätzlicher Kältekammer deutlich stärker zurück als ohne, und der Effekt war auch nach zwölf Wochen noch messbar (Universität Gießen, Clin Exp Rheumatol 2022).
  • Eine aktuelle Übersicht sieht bei rheumatologischen Erkrankungen die beste Studienlage für die Kältekammer, betont aber auch, dass Langzeiteffekte noch wenig erforscht sind (Dziugieł et al. 2026).

Zur Arthrose gibt es bisher deutlich weniger Studien zur Kältekammer. Die Mechanismen oben, also langsamere Schmerzweiterleitung, veränderte Entzündungsbotenstoffe und die Reaktion der Durchblutung, betreffen aber den ganzen Körper und nicht nur eine bestimmte Erkrankung. Die meisten Studien wurden mit kälteren Kammern als unseren –87 °C durchgeführt. Warum wir mit –87 °C arbeiten, erklären wir im Artikel Warum –87 °C?.

Arthrose und Rheuma: der Unterschied

Arthrose ist ein Verschleiß des Gelenkknorpels, häufig in Knie, Hüfte oder Fingern. Oft kommen Entzündungsphasen dazu, in denen das Gelenk warm wird und anschwillt. Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem die Gelenke angreift. Mehr zur Studienlage bei Rheuma findest du im Artikel Kältekammer bei Rheuma.

Kältekammer oder Kühlpack?

  • Kühlpack, Eis oder Kaltluft kühlen ein einzelnes Gelenk. Das kannst du auch zu Hause machen.
  • Die Kältekammer kühlt in wenigen Minuten den ganzen Körper ab. Das ist praktisch, wenn mehrere Gelenke betroffen sind, und trocken, ohne nasse Kühlpacks.

Beide Formen schließen sich nicht aus.

So passt die Kältekammer in deinen Alltag mit Arthrose

  • Vorher ärztlich abstimmen, vor allem, wenn du Medikamente nimmst oder weitere Erkrankungen hast.
  • Kontraindikationen beachten: Bestimmte Herz-, Kreislauf- und Lungenerkrankungen sowie stark erhöhter Blutdruck sprechen gegen die Anwendung (Capodaglio et al. 2025). Mehr dazu im Artikel Wer darf in die Kältekammer?.
  • Mit einem Probetermin starten und schauen, wie es sich für dich anfühlt.
  • Regelmäßig kommen: In Studien wurden meist Serien von mehreren Anwendungen innerhalb weniger Wochen eingesetzt. Mit der Kälte-Flat kannst du so oft kommen, wie du willst.
  • In Bewegung bleiben: Bewegung und Physiotherapie sind bei Arthrose die Grundlage. Die Kältekammer kann diese Routine gut begleiten.

Häufige Fragen

Hilft Kältetherapie bei Arthrose?

Kälte verlangsamt die Weiterleitung von Schmerzreizen und beeinflusst Entzündungsbotenstoffe. Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen zeigen Studien zur Kältekammer weniger Schmerzen. Speziell zur Arthrose gibt es bisher weniger Studien. Die Kältekammer kann eine ärztliche Behandlung ergänzen, aber nicht ersetzen.

Darf ich mit Arthrose in die Kältekammer?

Arthrose allein ist keine Kontraindikation. Entscheidend sind mögliche weitere Erkrankungen, zum Beispiel am Herz oder beim Blutdruck. Kläre die Anwendung im Zweifel vorher ärztlich ab.

Ist Wärme oder Kälte besser bei Arthrose?

Das ist individuell verschieden und hängt auch davon ab, ob das Gelenk gerade entzündet ist. Sprich darüber mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Physiotherapeutin.

Wie oft sollte ich in die Kältekammer?

In Studien wurden meist Serien von mehreren Anwendungen innerhalb weniger Wochen eingesetzt. Die Anwendung ist täglich möglich.

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Quellen

  1. Jdidi H et al. (2024): Optimal duration of whole-body cryostimulation exposure to achieve target skin temperature: influence of body mass index – a randomized cross-over controlled trial. Journal of Physiological Anthropology. Link
  2. Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017): Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. Frontiers in Physiology 8:258. Link
  3. Chen J et al. (2025): Whole-body cryotherapy can reduce the inflammatory response in humans: a meta-analysis based on 11 randomized controlled trials. Scientific Reports. Link
  4. Guillot X et al. (2014): Cryotherapy in inflammatory rheumatic diseases: a systematic review. Expert Review of Clinical Immunology 10(2). Link
  5. Justus-Liebig-Universität Gießen u. a. (2022): Whole-body cryotherapy for the treatment of rheumatoid arthritis: a monocentric, single-blinded, randomised controlled trial. Clinical and Experimental Rheumatology. Link
  6. Dziugieł R, Bołtuć-Dziugieł A, Jaroszyński A (2026): Cold as a therapeutic frontier: place of whole-body cryotherapy in modern medicine. European Journal of Applied Physiology. Link
  7. Capodaglio P et al. (2025): Contraindications to Whole-Body Cryostimulation (WBC). Frontiers in Rehabilitation Sciences. Link