Kurz gesagt: Kälte aktiviert den Stoffwechsel: Der Körper muss Wärme erzeugen, und in Studien verbesserten sich nach Serien von Anwendungen Werte wie Blutfette, Blutzucker und Taillenumfang. Die Kältekammer kann deshalb eine gute Begleitung sein, wenn du mit Ernährung und Bewegung abnehmen willst. Allein ersetzt sie beides nicht: In einer kontrollierten Studie brachte sie zusätzlich zu einem Abnehmprogramm keinen messbar größeren Gewichtsverlust. Mit Kryolipolyse („Fettwegfrieren“) hat die Kältekammer nichts zu tun.

Kältekammer und Kryolipolyse: zwei völlig verschiedene Dinge

Wer „Kryotherapie abnehmen“ sucht, landet oft bei zwei Verfahren, die nichts miteinander zu tun haben:

Kryolipolyse („Fettwegfrieren“)Ganzkörperkältetherapie (Kältekammer)
Was passiertEin Gerät kühlt gezielt einzelne Fettpolster, zum Beispiel am BauchDer ganze Körper steht für wenige Minuten in sehr kalter, trockener Luft
Dauermeist deutlich länger pro Anwendungbei cooldown.me bis zu 5 Minuten bei –87 °C
Zielörtliche Fettreduktion (kosmetisches Verfahren)Regeneration, Wohlbefinden, ergänzend bei bestimmten Beschwerden
Angebot bei cooldown.meneinja

Warum wir keine Kryolipolyse anbieten: Bei der Kryolipolyse wird Fettgewebe gezielt so stark gekühlt, dass Fettzellen absterben. Das ist ein Eingriff mit Risiken. Neben Schmerzen, Taubheitsgefühlen und Hautschäden durch Kälte ist vor allem die sogenannte paradoxe Fettgewebsvermehrung bekannt: Statt zu schrumpfen, wird das behandelte Fettpolster größer und fester. Eine Meta-Analyse mit über 13.000 Behandelten fand sie bei etwa einer von 455 Personen, deutlich häufiger als von Herstellern angegeben (Mah et al. 2025). Solche Risiken passen nicht zu unserem Anspruch. Wir konzentrieren uns deshalb ausschließlich auf die Ganzkörperkältetherapie, bei der der Körper nur wenige Minuten trockener Kälte ausgesetzt ist und kein Gewebe gezielt geschädigt wird.

Wie Kälte den Stoffwechsel und das braune Fett aktiviert

Wenn es kalt wird, muss der Körper Wärme erzeugen und seine Temperatur halten. In der Kältekammer kühlt die Haut in wenigen Minuten um 5 bis 12 °C ab, der Körperkern bleibt fast stabil (Lombardi et al. 2017). Dafür fährt der Körper seine Wärmeproduktion hoch. Übersichtsarbeiten beschreiben zudem, dass wiederholte Kälteanwendungen die Bildung von Irisin anregen, einem Botenstoff, der mit der Wärmebildung im Fettgewebe in Verbindung gebracht wird (Lombardi et al. 2017).

Braunes Fettgewebe: der Wärmeofen des Körpers

Neben dem normalen, weißen Fettgewebe hat der Mensch auch braunes Fettgewebe. Es speichert keine Energie, sondern verbrennt sie, um Wärme zu erzeugen. Kälte ist der stärkste bekannte Reiz, um dieses braune Fett zu aktivieren. In einer viel zitierten Studie war es bei leichter Kälte bei 23 von 24 Männern aktiv. Bei Menschen mit Übergewicht war die Aktivität geringer (van Marken Lichtenbelt et al. 2009).

Diese Studie arbeitete mit leichter Kälte über einen längeren Zeitraum. Ob die kurzen, sehr kalten Sessions in der Kältekammer das braune Fett ebenso aktivieren, ist noch offen. Eine Studie aus 2025 fand bei Menschen mit Adipositas nach Kältekammer-Anwendungen keine zusätzliche Aktivierung (Karppinen et al. 2025).

Wie viele Kalorien eine Session von wenigen Minuten tatsächlich verbraucht, ist nicht verlässlich beziffert. Der größere Hebel liegt in der Regelmäßigkeit und in der Kombination mit Bewegung und Ernährung.

Was Studien zum Gewicht zeigen

Kein zusätzlicher Gewichtsverlust: In einer kontrollierten Studie aus 2025 nahmen Erwachsene mit Adipositas zwölf Monate an einem Abnehmprogramm teil. Eine Gruppe bekam in den ersten fünf Monaten zusätzlich 28 Anwendungen bei –110 °C. Beide Gruppen nahmen ähnlich viel ab, die Kältekammer brachte keinen signifikanten Vorteil. In der Kältegruppe sanken allerdings Nüchternblutzucker und LDL-Cholesterin nach fünf Monaten stärker (Karppinen et al. 2025). Die Studie war mit 19 Teilnehmenden klein.

Veränderungen bei Frauen in den Wechseljahren: In einer Studie mit 37 Frauen zwischen 55 und 70 Jahren nahmen nach 20 Anwendungen bei –130 °C Taillenumfang, Körpergewicht und Fettmasse ab (Wiecek et al. 2020). Eine Vergleichsgruppe ohne Kältekammer gab es nicht, beide Gruppen wurden behandelt. Deshalb lässt sich nicht sagen, wie viel davon auf die Kälte zurückgeht.

Blutfette: Übersichtsarbeiten beschreiben nach zehn und mehr Anwendungen günstigere Blutfettwerte (Lombardi et al. 2017).

Unterm Strich: Die Kältekammer aktiviert den Stoffwechsel, und Studien zeigen günstige Veränderungen bei Blutfetten, Blutzucker und Taillenumfang. Einen zusätzlichen Gewichtsverlust allein durch die Kälte konnte eine kontrollierte Studie aber nicht nachweisen. Die Studien waren klein und nutzten kältere Kammern als unsere –87 °C.

Und Cellulite?

Nach „Kältekammer Cellulite“ wird regelmäßig gesucht. Belastbare Studien, die eine Wirkung der Ganzkörperkältetherapie auf Cellulite zeigen, gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht. Wir versprechen deshalb auch hier nichts.

So passt die Kältekammer zu deinem Abnehm-Ziel

Wenn du abnehmen willst, sind Ernährung und Bewegung die Grundlage. Die Kältekammer kann diese Routine begleiten: als fester Termin in der Woche, als Regeneration nach dem Training und als Impuls für deinen Stoffwechsel. Warum die Kälte im Körper eine ganze Reihe von Reaktionen auslöst und was Studien dazu zeigen, liest du im Artikel Kältekammer: Wirkung, Studien und Anwendungen.

Häufige Fragen

Kann man mit der Kältekammer abnehmen?

Die Kälte aktiviert den Stoffwechsel, und Studien zeigen günstige Veränderungen bei Blutfetten, Blutzucker und Taillenumfang. Allein durch die Kältekammer nimmt man aber nicht nachweislich mehr ab: In einer kontrollierten Studie brachte sie zusätzlich zu einem Abnehmprogramm keinen größeren Gewichtsverlust. Sie eignet sich als Begleitung zu Ernährung und Bewegung.

Hilft die Kältekammer gegen Cellulite?

Dafür gibt es keine belastbaren Studien.

Ist die Kältekammer dasselbe wie Kryolipolyse?

Nein. Kryolipolyse kühlt gezielt einzelne Fettpolster, bis Fettzellen absterben, und ist mit Risiken verbunden. In der Kältekammer ist der ganze Körper für wenige Minuten trockener Kälte ausgesetzt. cooldown.me bietet deshalb keine Kryolipolyse an.

Aktiviert Kälte das braune Fettgewebe?

Ja, Kälte ist der stärkste bekannte Reiz dafür. Ob die kurzen Sessions in der Kältekammer dafür ausreichen, ist wissenschaftlich noch offen.

Kurbelt die Kältekammer den Stoffwechsel an?

Ja, der Körper reagiert auf die Kälte mit einer erhöhten Wärmeproduktion. Nach Serien von Anwendungen wurden in Studien günstigere Stoffwechselwerte gemessen. Wie viele Kalorien eine einzelne Session verbraucht, ist nicht verlässlich beziffert.

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Quellen

  1. Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017): Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. Frontiers in Physiology 8:258. Link
  2. Karppinen et al. (2025): Effects of Whole-Body Cryotherapy Combined With Conventional Obesity Management Versus Obesity Management Alone: A Clinical Trial. Obesity 33(11). Link
  3. Wiecek M, Szymura J, Sproull J, Szygula Z (2020): Whole-Body Cryotherapy Is an Effective Method of Reducing Abdominal Obesity in Menopausal Women with Metabolic Syndrome. Journal of Clinical Medicine 9(9):2797. Link
  4. van Marken Lichtenbelt WD et al. (2009): Cold-Activated Brown Adipose Tissue in Healthy Men. New England Journal of Medicine 360:1500–1508. Link
  5. Mah AE et al. (2025): Incidence of Paradoxical Adipose Hyperplasia After Cryolipolysis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Aesthetic Surgery Journal Open Forum. Link